Band

Magnus Ego

Michael Binder

Sebastian Wehle

Simon Seidl

Tom Berkmann

Nicht sehen. Hören. Und fliegen – einzig im Vertrauen auf das Gehör. Ihren Bandnamen haben die fünf Jazzer der Pilotensprache entliehen. Blindflug ist das Fliegen nach Instrumenten und – seit einiger Zeit – die Metapher für eine Jazzsensation. Im Rampenlicht zu sehen sind fünf junge Musiker im Alter von 19 bis 21 Jahren, zu hören ist eine der besten jungen Jazzbands Deutschlands.

Blindflug traten 2007 beim Bundeswettbewerb „Jugend Jazzt“ in Halle a. d. Saale an. Formiert hatten sich Altsaxophonist Michael Binder, Sebastian Wehle am Tenorsaxophon, Simon Seidl am Piano, Tom Berkmann am Kontrabass und Schlagzeuger Magnus Dauner-Ego, fünf außergewöhnlich talentierte Mitglieder des Landesjugendjazzorchesters Bayern bereits 2005. Mit ihren Eigenkompositionen begeisterten Blindflug das Publikum auf den Ingolstädter Jazztagen, dem Jazzweekend Regensburg, sowie bei Auftritten unter anderem in München und Hamburg. 2006 titelte die Musikseite www.treffpunkt-jazz.de : „Junge Jazzer im Aufwind“.

Derzeit befinden sich die fünf im Anflug auf die internationale Bühne: Blindflug wurde zum Jazzfestival in Trencin in die Slowakei eingeladen. Daneben erhält Simon Seidl in diesem Jahr den Jazzförderpreis der Stadt Ingolstadt. Als Komponist und Ausnahmepianist gelang es ihm als bisher jüngster Anwärter die Jury von sich zu überzeugen.

Neben diesem sensationellen Einzelerfolg verdient das Ensemble große Aufmerksamkeit. Die fünf aufstrebenden Musiker harmonieren ungewöhnlich stark miteinander – und schaffen damit einen intensiven, homogenen Sound. Ihre Musik lädt zu verspielten Klangodysseen ein, reißt die Zuhörer in treibenden Balladen mit und steigert sich zu gewaltigen Höhenflügen. Auch an Standards trauen sich die jungen Blindflieger heran, verzichten dabei allerdings ebenso auf herkömmliche Interpretationen wie auf müßigen Respekt vor Altmeistern. Zu viel haben die fünf bereits selbst zu sagen. Und so dekonstruieren sie beflissentlich Arrangements, ignorieren die Tempoangaben ihrer Jazzfibeln und lassen sich zuweilen auch von HipHop und Soul inspirieren. Längst verfolgen Blindflug ihren eigenen Kurs – und bestechen mit Drang und Schärfe. Keine Frage, dass man dabei ihrem Klang blind vertraut und sich vom Sog mitreißen lässt, zweifelsfrei. Das Gehör kann einen nicht täuschen.

 

Tobi Krone, 21.September 07

 

www.myspace.com/blindflugmusic